3D-Druck-Verfahren werden industriell genutzt und sind für viele Industriezweige interessant. Während häufig Kunststoff, Epoxidharz, Gemische oder Metalle als 3D-Druck-Materialien genutzt werden, wird bereits mit weiteren Materialien, die im 3D-Druck eingesetzt werden können, experimentiert. Zu den Materialien, die für den 3D-Druck interessant sind, gehört Glas. Was es mit dem Material auf sich hat und wie es für das Druckverfahren nutzbar ist, das wird nachfolgend erläutert.

Glas als 3D-Druck-Material

Siliziumsand wird zur Herstellung von Glas benötigt. Es ist möglich den Siliziumsand mit anderen additiven Fertigungsmaterialien, wie beispielsweise Kalk oder Natriumbicarbonat, zu kombinieren. Durch die Kombinationsmöglichkeit sind vielseitige Anwendungen möglich. So kann beispielsweise mit Glas als 3D-Druck-Material eine Glasmauer erzeugt werden. Für den 3D-Druck selbst wird bei Glas ein Ofen und ein Plasmabrenner benötigt. Der Plasmabrenner sorgt für die Glättung der Glasstrukturen. Glaswände bzw. Glasmauern aus dem 3D-Druck sind beispielsweise für Krankenhäuser interessant, denn diese sind gut sterilisierbar. Andere Forscher arbeiten wiederum an Glas-Druckverfahren, bei denen der Glasdrucker aus Keramikkammern besteht und Glas wie in einem Schmelztiegel bearbeitet wird. Das Druckverfahren wird als G3DP bezeichnet. Sehr interessant ist auch die Forschung des Karlsruhrer Instituts für Technology, kurz KIT. Das Institut arbeitet daran, Glas innovativ als 3D-Druck-Material nutzen zu können.

Karlsruher Institut für Technologie (KIT) experimentiert Glas als 3D-Druck-Material

Glas als 3D-Druck-Material zu nutzen, ohne dass gleich 1.000 Grad Celsius oder mehr nötig sind, das wäre für die Industrie eventuell interessant. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) nutzt ein flüssiges Photopolymerharz. In einem Verhältnis von 40 zu 60 wird ein Polymerharz mit Glasteilchen gemischt wird. 40 Teilchen Glas zu 60 Teilen Polymer, so ist die Mischung, die einen 3D-Druck mit Glas ermöglichen soll. Das Polymer muss mit UV-Licht bestrahlt werden, um eine Festigung herbeizuführen. Bei der Fertigung soll ein Objekt entstehen, dass zum größten Teil aus Glas besteht. Die Bezeichnung, der Pressemitteilung des Instituts für das Polymer ist Glassomer. Um größtenteils ein Objekt aus Glas zu erhalten, kann das gedruckte und gefestigte Objekt auch in einem Ofen bei 500 °C erhitzt werden. Bei dieser Temperatur soll das Polymer herausgebrannt werden können.

Glassomer – was kann es?

Das Glassomer soll mit entsprechenden Maschinen (CNC) bearbeitet (fräsen, Laser, drehen) werden können. Des Weiteren könnten mit dem Glassomer und der entwickelten Methoden bessere optische Linsen gefertigt werden. Glas-3D-Druck könnte auch zum Drucken von Buntglasfenstern eingesetzt werden. Generell wird noch weiter an Glas als 3D-Druck-Material geforscht und welche Innovationen und Entwicklungen es in dem Bereich gibt, bleibt abzuwarten.